“SUCHE GOTT UND DU WIRST IHN FINDEN”

 

 

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BILD: Schiitische Frauen in einem emotionalen Moment während des Bittegebetes.

 

“SUCHE GOTT UND DU WIRST IHN FINDEN”
Ich erinnere mich, wie ich mich in ein Mädchen in der Oberschule verknallt hatte, als ich 16 Jahre alt war. Und ich erinnere mich, wie aufgeregt ich war, als eine gemeinsame Schulfreundin mir anvertraute, dass sie mich auch mochte. WOW dachte ich mir! Ich gehe davon aus, dass die meisten von uns ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

In meinem späteren Leben als Erwachsener, passierte mir etwas Ähnliches, aber es stellte sich heraus, dass es ein Witz auf meine Kosten war – die Frau mochte mich überhaupt nicht und ich bildete mir ein, das sie mich mögen würde.

Diese Geschichten veranschaulichen einen interessanten Punkt und haben in mir eine Reihe von Beobachtungen ausgelöst. Emotionen werden durch Überzeugungen ausgelöst. Unseren Gefühlen ist es egal, ob unsere Überzeugungen wahr sind oder nicht. Emotionen sind genau das, was wir fühlen, wenn bestimmte Kombinationen von Hormonen und Neuropeptiden in unserem Blut und Gehirn freigesetzt werden. Emotionen haben überhaupt keine Intelligenz, aber sie sind so mächtig, dass sie rationales Denken überwältigen können.

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BILD: Zu Tränen gerührte christliche Frau.

Wir alle verstehen das wahrscheinlich – es ist ziemlich offensichtlich. Deshalb frage ich mich, warum das Argument “Du kannst Gott nur finden, wenn du auf die Knie gehst und ihn in deinem Herz anrufst” so beliebt ist. Sicher, wenn du den “Unglauben” aufhebst und glaubst, dass jemand, der unglaublich ist, dich bedingungslos liebt, wirst Du wahrscheinlich eine emotionale Reaktion erfahren. Denkt daran, Überzeugungen treiben Emotionen an – auch wenn sie nicht wahr sind. Es sind keine Götter notwendig, damit dieser Prozess funktioniert.

Wir wissen das, weil die Menschen an verschiedene und widersprüchliche Götter glauben können und trotzdem diesen Ansturm bekommen, wenn sie die Gegenwart ihres Gottes “fühlen”. Wir können diese genau gleichen Gefühle sogar durch magnetische Stimulation bestimmter Teile des Gehirns auslösen. Wir wissen also, dass das menschliche Gehirn diese Gefühle von selbst “herstellen” kann.

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BILD: Hindu Frau im Gedenken an Krishna.

Deshalb können die Gefühle religiöser Menschen niemals ein Beweis für die Existenz eines Gottes sein. Sie sind nur ein Beweis dafür, dass Menschen emotional funktionieren und Emotionen erleben.

Manchmal ist es eben am einfachsten, sich selbst zum Narren zu halten. Daher glaube ich mittlerweile, dass wir Gott durch Emotionen “finden” und nicht durch die Ratio. Wir haben uns genug entwickelt, um das herauszufinden. Aber nicht genug, um endlich davon abzulassen.

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